Urin: Legionellen Antigen

  1. 1 Analysenverfahren

    1. 1.1 Analysename

      Legionellen im Urin
      1. 1.1.1 alternative(r) Analysenname(n)
        -
    2. 1.2 gängige Abkürzungen des Analysennamens

      ulegag
    3. 1.2 Einheit

      Index

        1.5.2 Referenzbereiche LIS

        Analyse Alter (Geschlecht) Referenz/GW/ThB Bewertung
        Urin: Legionellen Antigen 0 - 120 Jahre (AL) < 0.7 Index <0.7 negativ
        Urin: Legionellen Antigen 0 - 120 Jahre (AL) < 0.7 Index 0.7 positiv
    4. 1.6 Methode

      CLIA (Chemielumineszenz-Assay)
  2. 2 Untersuchungsmaterial

    1. 2.1 spezielle Präanalytik

      keine

    2. 2.2 Primärprobe

      Spontanurin. Borsäure kann als Konservierungsmittel verwendet werden
    3. 2.3 Probe

      Urin
    4. 2.8 Einzusendende Probenmenge

      1 ml Urin
  3. 3 Indikation / Interpretation

    1. 3.1 Indikation - Wofür wird diese Untersuchung benötigt?

      V.a. Legionellose

       

    2. 3.2 Interpretation der Resultate - Was bedeuten Ergebnisse in verschiedenen Wertelagen?

      Resultat negativ: Mit dem Antigentest im Urin wird hauptsächlich die L. pneumophila-Serogruppe 1 erfasst. Ein negatives Testergebnis schließt eine Infektion mit Legionella pneumophila der Serogruppe 1 jedoch nicht aus. L. pneumophila der Serogruppe 1 ist nur für ca. 70% aller Legionellosen verantwortlich. Es könnte eine Legionellose durch eine nicht erfasste andere Serogruppe oder eine andere Legionellen-Spezies vorliegen. Darüber hinaus kann die Antigenmenge bei verdünntem Urin oder geringer Erregerlast unter der Detektionsschwelle liegen. Daher sollte bei weiterbestehendem Verdacht auf eine Legionellose eine Verlaufskontrolle aus Urin erfolgen. Darüber hinaus empfiehlt sich ggf. eine Untersuchung mittels PCR aus Atemwegsmaterial.

      Resultat positiv: Das Resultat sollte in Verbindung mit den Befunden aus der klinischen Untersuchung des Patienten und weiteren diagnostischen Verfahren interpretiert werden. Ein simultaner Nachweis von S. pneumoniae Antigen im Urin im Rahmen von Koinfektionen wurde beschrieben. Bei einigen Patienten persistiert die Antigen-Ausscheidung über längere Zeit. Bei immundefizienten Personen wurde eine Nachweisdauer für das Antigen über mehrere Monate nachgewiesen.

      Falsch positive Ergebnisse durch Präsenz von Rheumafaktoren im Urin sowie bei Patienten mit Serumkrankheit oder unter Therapie mit Hasenserum sind beschrieben. Störende Proteine werden in einem zusätzlichen Ansatz hitzeinaktiviert. Bei negativem Resultat ist von einer Interferenz durch Rheumafaktoren o.ä. auszugehen.

      Meldepflicht

      Ein positiver Legionellen-Antigen-Nachweis im Urin stellt einen meldepflichtigen Laborbefund nach §7 Infektionsschutzgesetz dar.

      1. 3.2.1 Störfaktoren/Interferenzen

        Das Antiseptikum Povidon-Jod, das vor und nach chirurgischen Eingriffen zur Hautdesinfizierung verwendet wird, interferiert mit dem Test; daher sollte es vor der Urinprobenahme nicht verwendet werden.

        Interferenzen

        Kontrollierte Tests potenziell störender Substanzen ergaben bei den unten angeführten Substanzen in den angegebenen Konzentrationen keine Interferenzen mit dem Assay.

        Stoffe getestete Konzentration Stoffe

        getestete Konzentration

        Urea 20 mg/mL Acetylcystein 10 mg/L
        NaCl 750 mmol/L Salicylursäure 6 mg/mL
        Hämoglobin 1000 mg/dL Bilastin 0,22 mg/mL
        Albumin 6000 mg/dL Rupatadin 0,22 mg/mL
        Vollblut 1 Vol.-% Terfenadin 0,22 mg/mL
        Konjugiertes Bilirubin 5 mg/dL Fexofenadin 0,22 mg/mL
        Plasma 5 Vol.-% Amphotericin B 0,05 mg/L
        Serum 5 Vol.-% Koffein (anhydrisch) 4 mg/mL
        Kreatinin 1 mmol/L Oxalsäure 0,1 mg/mL
        Glukose 2 mmol/L Erythromycin 0,1 mg/mL
        Biotin 10 μg/mL Rifampicin 0,2 mg/mL
        Ascorbinsäure 0,4 mg/mL Dihydrocodein 0,25 Vol.-%
        Ibuprofen 1000 mg/L Oseltamivir (Tamiflu) 0,03%
        Borsäure 0,26% Gew.-% Propylenglykol 5 Vol.-%
        Gentamicinsulfat 400 mg/L Hydroxyethylcellulose 0,1 Vol.-%
        NaOH bis auf pH 8 HCl bis auf pH 5
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