Analyse | Alter (Geschlecht) | Referenz/GW/ThB | Bewertung |
---|---|---|---|
Calcitonin | 0 - 120 Jahre (M) | < 9.5 pg/ml | |
Calcitonin | 0 - 120 Jahre (W) | < 6.4 pg/ml | |
Calcitonin | 0 - 120 Jahre (NN) |
keine
Dignitätsabklärung bei Schilddrüsenknoten, Verlaufskontrolle von medullären Schilddrüsenkarzinomen (ggf. zusammen mit CEA und Chromogranin A)
Calcitonin wird zur Abklärung von Schilddrüsenknoten eingesetzt. Es soll damit ein medulläres Schilddrüsenkarzinom ausgeschlossen werden. Dabei gibt es eine enge Korrelation zwischen Tumorgrösse und Calcitoninkonzentration. Das medulläre Schilddrüsenkarzinom (MTC) kommt in 75 % der Fälle sporadisch und in 25% der Fälle im Rahmen der erblichen MEN 2 vor. Die Krankheitsentität eines isoliert auftretenden familiären medullären Schilddrüsenkarzinoms (FMTC) ist vermutlich eine Variante der MEN2A, bei der kein Phäochromozytom und Primärer Hyperparathyreoidismus beobachtet werden. Auch führen C-Zell-Hyperplasien zu erhöhten Calcitoninwerten.ie Calcitonin-Bestimmung erfolgt mit einem hochsensitive Immunoassay, der auch ohne Stimulationsteste (z. B. Calcium-oder Pentagastrin-Stimulationstest) in der Regel eine zuverlässige Diagnose des MTC (Frauen > 30 ng/l, Männer > 60 ng/l) erlaubt. Calcitoninwerte über 100 ng/l sprechen für eine Metastasierung. In Zweifelsfälle sollten die Calcitoninwerte aufgrund der engen Korrelation zwischen Tumorgrösse und Calcitoninkonzentration im Verlauf beurteilt werden. Ggf. ist auch die zusätzliche Bestimmung von CEA und Chromogranin A, die ebenfalls als (eher unspezifische) Tumormarker dienen können, sinnvoll. Entscheidend ist in diesen Fällen aber die Verlaufskontrolle von Calcitonin in 4 – 8 Wochen. Bei V. a. MEN 2 sollte eine molekulargenetische Analyse des Ret-Protoonkogens erfolgen.
Falsch positive Ergebnisse des Calcitoninwertes (meist unter 26 ng/l) findet man bei:
Hypercalcämie (bspw. im Rahmen eines Primären Hyperparathyreoidismus), Hypergastrinämie, anderen neuroendokrinen Tumoren, chronischer Niereninsuffizienz, papillären und follikulären Schilddrüsenkarzinomen als Begleitreaktion, Struma diffusa/nodosa, chronischer Autoimmunthyreopathie vom Typ Hashimoto, Corticoidtherapie, Protonenpumpeninhibitoren (mehr als 2 Monate Behandlung), Betablocker.
Auch eine Makro-Calcitoninbildung durch Antikörper ist möglich, die dann aber zu deutlich erhöhten Werten führt und bei klinischem Zweifel als Differentialdiagnose zum MTC ausgeschlossen werden sollte.