SARS-CoV-2 Antikörper IgG

  1. 1 Analysenverfahren

    1. 1.1 Analysename

      Anti-SARS-CoV-2
      1. 1.1.1 alternative(r) Analysenname(n)
        Corona-AK
    2. 1.2 gängige Abkürzungen des Analysennamens

      -
    3. 1.2 Einheit

      COI

        1.5.2 Referenzbereiche LIS

        Analyse Alter (Geschlecht) Referenz/GW/ThB Bewertung
        SARS-CoV-2-N-Ag IgG Ak 0 - 120 Jahre (AL) < 1 COI <1 negativ
        SARS-CoV-2-N-Ag IgG Ak 0 - 120 Jahre (AL) < 1 COI 1 positiv
    4. 1.6 Methode

      ECLIA (ElektroChemiLumineszenz ImmunoAssay)
  2. 2 Untersuchungsmaterial

    1. 2.2 Primärprobe

      Vollblut
    2. 2.3 Probe

      Serum
    3. 2.8 Einzusendende Probenmenge

      1 ml
  3. 3 Indikation / Interpretation

    1. 3.1 Indikation - Wofür wird diese Untersuchung benötigt?

      Nachweis einer vorangegangenen SARS-CoV-2 Infektion (keine Akutdiagnostik: frühestens positiv nach 2 Wochen)

       

       

       

    2. 3.2 Interpretation der Resultate - Was bedeuten Ergebnisse in verschiedenen Wertelagen?

      Die Interpretation der Ergebnisse sollte in Zusammenschau mit der Klinik, der Infektionswahrscheinlichkeit und ggf. vorliegender PCR-Analytik erfolgen. Insgesamt kann aus der Höhe des jeweiligen Titers nach derzeitigem Kenntnisstand keine sichere Aussage bzgl Infektiösität oder Immunität getroffen werden. Jedoch weisen Studien zu neutralisierenden Antikörpern darauf hin, dass diese zu protektiver Immunität beitragen können. Spezifische IgG-Antikörper wurden bereits am 5. Tag nach Einsetzen der Symptome nachgewiesen. Die mediane Serokonversion wurde für IgG an Tag 12-14 beobachtet. Nach ca 6 Wochen nach erfolgter Infektion zeigen 94-98% der Betroffenen IgG-Antikörper. Während IgM nach etwa 6-7 Wochen kaum noch nachzuweisen sind, wird bei IgG zu diesem Zeitpunkt eine hohe Seropositivität beobachtet. Neuere Studien zeigen, dass einige Patienten ihre IgG-Antikörper nach 3-4 Monaten wieder verlieren können, was bei der Wahl des Testzeitpunktes beachtet werden muss. Zur weiteren Beurteilung des Zeitpunktes der Infektion ist eine Erweiterung der Diagnostik mit IgA/IgM-Antikörpern sinnvoll. Milde und symptomlose Verläufe zeigen i.d.R. eine verzögerte Antikörperbildung, sowie auch niedrigere Titer in allen Antikörperklassen. Immunität kann soweit aktuell beurteilbar bei gesichert durchgemachter Infektion (PCR-Nachweis) auch bei fehlendem Antikörpernachweis bestehen, da die Immunantwort gegen das Virus vorrangig durch T-Lymphozyten getragen wird.

      Serologische Tests können zur Identifizierung von Personen, die bereits mit dem Virus infiziert waren und zur Einschätzung des Ausmaßes der Exposition einer Population beitragen. Ebenfalls kann sie unterstützend zusätzlich zur PCR-Diagnostik verwendet werden um ein vollständigeres Bild einer Infektion bekommen zu können.

      SARS-CoV-2, der Erreger der Coronavirus-Krankheit-2019 (COVID-19), ist ein behülltes, einzelsträngiges RNA-Virus aus der Familie der Coronaviridae, Gattung Betacoronaviren. Viren dieser Familie weisen Gemeinsamkeiten in ihrem Genom und ihrer Organisation auf, einschließlich der 4 Strukturproteine Spike (S), Virushülle (Envelope, E), Membran (M) und Nukleokapsid (N). Sie lösen Erkrankungen aus, deren Symptome von denen einer leichten Erkältung bis hin zu schweren Ausprägungen reichen können (SARS, MERS, COVID-19). Davon zu unterscheiden sind weitere Coronaviren, die weit verbreitet sind, jedoch im Falle einer Infektion typischerweise erkältungs- oder grippeähnliche Symptome hervorrufen (229E, NL63, OC43, HKU1).

      Die Übertragung von SARS-CoV-2 erfolgt primär über Tröpfcheninfektion. Es wird angenommen, dass die Inkubationszeit nach einer Infektion bis zu 14 Tagen beträgt (Median 2-5 Tage). Dieses ist aber sehr stark abhängig von dem Subtyp des Virus.

      Das Intervall innerhalb dessen eine mit COVID-19 infizierte Person ansteckend ist, wurde bisher nicht eindeutig ermittelt. Das Spektrum der symptomatischen Infektion reicht von leicht bis kritisch. Infizierte Personen leiden oft unter Fieber und Atemwegssymptomen. Schwere Verläufe treten vorwiegend bei Erwachsenen im fortgeschrittenen Alter oder bei zugrundeliegenden Komorbiditäten auf. Für einen Direkten Nachweis ist die PCR-Diagnostik aus einem Nasen-Rachen-Abstrich erforderlich.

       

       

       

      1. 3.2.1 Störfaktoren/Interferenzen
        Proben, die Präzipitate enthalten, sowie aufgetaute Proben müssen vor dem Test zentrifugiert werden.
        Keine hitzeinaktivierten Proben verwenden.
        Keine mit Azid stabilisierten Proben verwenden.
        Der Test wird nicht beeinflusst durch Ikterus (Bilirubin bis 66 mg/dl), Hämolyse (Hb bis 1000 mg/dl), Lipämie (Intralipid bis 2000 mg/dl) und Biotin (bis 1200 ng/ml), sowie Antikörperkonzentrationen (IgG bis 70 g/l, IgA bis 16 g/l, IgM bis 10 g/l).
        Es wurden keine Einflüsse durch Rheumafaktoren bis zu einer Konzentration von 1200 IU/ml beobachtet.
        Kein High-Dose-Hook-Effekt.
        Bei Patienten unter Therapie mit hohen Biotin-Dosen (>5 mg/d) sollte die Probenentnahme mindestens 8 Stunden nach der letzten Applikation erfolgen. In seltenen Fällen können Störungen durch extrem hohe Titer von AK gegen Analyt-spezifische AK, Streptavidin sowie Ruthenium auftreten. Diese werden durch eine entsprechende Testanordnung minimiert.
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