Testosteron

  1. 1 Analysenverfahren

    1. 1.1 Analysename

      Testosteron
      1. 1.1.1 alternative(r) Analysenname(n)
        -
    2. 1.2 gängige Abkürzungen des Analysennamens

      TESTO
    3. 1.2 Einheit

      ng/dl

        1.5.2 Referenzbereiche LIS

        Analyse Alter (Geschlecht) Referenz/GW/ThB Bewertung
        Testosteron (gesamt) 0 - 17 Jahre (AL)
        Testosteron (gesamt) 18 - 49 Jahre (M) 249 - 836 ng/dl
        Testosteron (gesamt) 50 - 120 Jahre (M) 193 - 740 ng/dl
        Testosteron (gesamt) 18 - 49 Jahre (W) 8.40 - 48.1 ng/dl
        Testosteron (gesamt) 50 - 120 Jahre (W) 2.90 - 40.8 ng/dl
        Testosteron (gesamt) 0 - 120 Jahre (NN)
    4. 1.6 Methode

      ECLIA (ElektroChemieLumineszenz ImmunoAssay)
  2. 2 Untersuchungsmaterial

    1. 2.2 Primärprobe

      Vollblut
    2. 2.3 Probe

      Serum
    3. 2.8 Einzusendende Probenmenge

      1 ml
  3. 3 Indikation / Interpretation

    1. 3.1 Indikation - Wofür wird diese Untersuchung benötigt?

      Männer: V.a. Hypogonadismus, Verlaufskontrolle bei Testosteronsubstitution, V.a. Anabolika-Abusus

      Frauen: Hirsutismus, menstruelle Zyklusstörungen (Amennorrhoe, Oligomenorrhoe)

       

    2. 3.2 Interpretation der Resultate - Was bedeuten Ergebnisse in verschiedenen Wertelagen?

      Männer:

      Die Bestimmung von Testosteron dient zur Abschätzung der Hodenfunktion. Bei zusätzlicher Bestimmung von FSH und LH kann im Falle eines Hypogonadismus zwischen hypophysärer und testikulärer Ursache unterschieden werden. Da Testosteron zu ca. 97% an Bindungsproteine gebunden ist (SHBG und Albumin) sagt das Gesamttestosteron zunächst nichts über den freien und damit wirksamen Testosteronanteil aus, der zudem von der 5-Alpha-Reductase noch in das eigentlich aktive Dihydrotestosteron umgewandelt werden muss. Bei zusätzlicher Bestimmung von SHBG und Albumin kann das bioverfügbare Testosteron berechnet werden, das gut mit dem freien und damit wirksamen Testosteronanteil korreliert. Der freie Androgenindex (FAI), der aus Testosteron und SHBG berechnet wird, ist bei Männern ohne Aussage.

       

      Erniedrigtes Gesamttestosteron, erhöhte Gonadotropine:

      - primärer Hodenschaden (Entzündung (bspw. Mumps), Tumor, Kryptorchismus, Varikozele)

      - xy-syndromale Erkrankungen (Klinefelter-Syndrom (XXY), Diplo-Mann-Syndrom (XYY), Turner-Syndrom (Mosaik X0/XY))

       

      Erniedrigtes Gesamttestosteron, normwertige Gonadotropine:

      - Adipositas

      - Klimakterium virile

       

      Erniedrigtes Gesamttestosteron, erniedrigte Gonadotropine:

      - Prolaktinome

      - Hypophysenmakroadenome (unabhängig von einer Hormonproduktion)

      - Kallmann-Syndrom mit oder ohne Anosmie

      - Antikörper gegen den Hypophysenvorderlappen (sehr selten)

       

      Frauen:

      Testosteron stammt bei der Frau unter gesunden Bedingungen zu 25% aus dem Ovar und zu 25% aus der Nebenniere. 50% stammen aus der peripheren Konversion von Androstendion, das zu 50% in der Nebenniere und zu 50% im Ovar gebildet wird. Im Falle von erhöhten Testosteronwerten kann bei Frauen allerdings davon ausgegangen werden, dass das Testosteron zu nahezu 100 % aus dem Ovar stammt. Dieses kann Hinweis auf ein Polycystisches-Ovar-Syndrom (PCOS) sein. Aber auch gutartige als auch bösartige Tumoren des Ovar können Testosteron produzieren. In extrem seltenen Fällen produzieren gutartige Tumore der Nebenniere Testosteron. Bei zeitgleicher Bestimmung von Testosteron und SHBG kann der freie Androgenindex (FAI) berechnet werden, der im Gegensatz zu Männern Auskunft über den freien und damit biologisch aktiven Testosteronanteil bei Frauen gibt.

       

      Erhöhtes Testosteron:

      - PCOS

      - Androgenproduzierender Tumor des Ovar oder der Nebenniere

      - Prolaktinome (sehr selten)

       

      Erniedrigtes Testosteron:

      - Primäre Ovarialinsuffizienz (bspw. Menopause)

       

       

       

       

      1. 3.2.1 Störfaktoren/Interferenzen
        Proben, die Präzipitate enthalten, müssen vor dem Test zentrifugiert werden.
        Keine hitzeinaktivierten Proben verwenden.
        Keine mit Azid stabilisierten Proben verwenden.
        Der Test wird nicht beeinflusst durch Ikterus (Bilirubin <30 mg/dl), Hämolyse (<600 mg/dl), Lipämie (Intralipid <800 mg/dl) und Biotin (<3600 ng/ml).
        Keinen Einfluss durch Rheumafaktoren bis 1000 IU/ml.
        In seltenen Fällen können Störungen durch extrem hohe Titer von AK gegen Analyt-spezifische AK, Streptavidin sowie Ruthenium auftreten. Diese werden durch eine entsprechende Testanordnung minimiert.
        Keine Proben von Patienten unter Nandrolontherapie verwenden.
        In Einzelfällen können Proben von Frauen mit terminaler Niereninsuffizienz erhöhte Testosteronwerte aufweisen.
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