Kalium im Serum

  1. 1 Analysenverfahren

    1. 1.1 Analysename

      Kalium
      1. 1.1.1 alternative(r) Analysenname(n)
        Kalium
    2. 1.2 gängige Abkürzungen des Analysennamens

      K
    3. 1.2 Einheit

      mmol/L

        1.5.2 Referenzbereiche LIS

        Analyse Alter (Geschlecht) Referenz/GW/ThB Bewertung
        Kalium 0 - 6 Tage (AL) 3.2 - 5.5 mmol/l
        Kalium 7 - 30 Tage (AL) 3.4 - 6 mmol/l
        Kalium 1 - 5 Monate (AL) 3.5 - 5.6 mmol/l
        Kalium 6 - 12 Monate (AL) 3.5 - 6.1 mmol/l
        Kalium 1 - 120 Jahre (AL) 3.5 - 5.1 mmol/l
        Kalium 0 - 120 Jahre (NN)
        Kalium 0 - 120 Jahre (AL) 3.5 - 4.5 mmol/l Rind
        Kalium 0 - 120 Jahre (AL) 2.8 - 4.5 mmol/l Pferd
        Kalium 0 - 120 Jahre (AL) 3 - 5.6 mmol/l Katze
        Kalium 0 - 120 Jahre (AL) 3.5 - 5.1 mmol/l Hund
        Kalium 0 - 120 Jahre (AL) 4 - 5 mmol/l Schwein
        Kalium 0 - 120 Jahre (AL) andere:
    4. 1.6 Methode

      indirekte Potentiometrie
  2. 2 Untersuchungsmaterial

    1. 2.2 Primärprobe

      Vollblut
    2. 2.3 Probe

      Serum
    3. 2.8 Einzusendende Probenmenge

      1000 µl
  3. 3 Indikation / Interpretation

    1. 3.1 Indikation - Wofür wird diese Untersuchung benötigt?

      Diagnostik und Überwachung intensivmedizinischer Patienten, V.a. Störungen des Säure-Base-Status, bei Einnahme von Diuretika, Laxantien, Lackritz, V.a. Verlust intestinaler Sekrete, akute und chronische Niereninsuffienz, Herzrhythmusstörungen, Hypertonie.

    2. 3.2 Interpretation der Resultate - Was bedeuten Ergebnisse in verschiedenen Wertelagen?

      Hypokaliämie:
      enterale (insbesondere Laxantienabusus, akute und chronische Durchfälle, Erbrechen) sowie renale Kaliumverluste (z.B. Diuretikabehandlung, polyurische Phase des akuten Nierenversagens,renal tubuläre Azidose).

      Hyperkaliämie:
      am häufigsten bei Oligo- und Anurie (chronische Nieren- und NNR-Insuffizienz), bei massiver Zufuhr durch bspw. Infusionen sowie bei Azidosen.

      Bei der Beurteilung eines pathologischen K-Wertes sollten neben anamnestischen und klinischen Daten folgende Blut- und Urinuntersuchungen differenzieldiagnostisch berücksichtigt werden:
      1. Blut: Na, Cl, Mg, Ca, Phos, Säure-Basen-Status, Cortisol, ACTH, DHEAS Renin, Aldosteron, Digoxin, Digitoxin,
      2. Urin: Ausscheidung v. K, Cl, Na, Diuretika.

      Stärkere Hyper- und Hypokaliämien sind stets lebensbedrohlich, meist durch Herzversagen infolge Herzrhythmusstörungen.

      Folgende Interferenzen bitte beachten:
      hämolytisches Probenmaterial wird zur Analytik nicht empfohlen

      1. 3.2.1 Störfaktoren/Interferenzen

        Kaliumkonzentrationen im Plasma sind niedriger als im Serum.

        Hämolyse: Keine hämolysierten Proben verwenden. Die Kaliumkonzentration in Erythrozyten ist 25 Mal höher als im normalen Plasma. Der Grad der Interferenz kann je nach genauem Erythrozytengehalt schwanken. Ein H-Index von ≤20 entspricht einem Anstieg der Kaliumkonzentration von ≤0.1 mmol/l.

        Lipämie: L-Index >2000
        Ikterus: I-Index >60 (entsprechend 60 mg/dl konjugiertes und unkonjugiertes Bilirubin)

        Medikamente: Die folgenden Pharmaka wurden getestet und führten zu keiner wesentlichen Störung, wenn sie Aliquoten von gepooltem normalem Humanserum bis zur angegebenen Konzentration zugegeben wurden. Bei Patienten unter Perchlorat-Medikation wurde von falsch hohen Chloridwerten aufgrund von Interferenzen bei den Chlorid-ISE-Bestimmungen durch Perchlorad-Ionen berichtet.

        Serumpanel: 

        Paracetamol → 200 mg/L 
        Acetylcystein → 150 mg/L 
        Acetylsalicylsäure → 1000 mg/L 
        Ampicillin-Na → 1000 mg/L
        Ascorbinsäure → 300 mg/L 
        Cefoxitin → 2500 mg/L
        Cylosporin → 50mg/L
        Doxycylin → 50 mg/L
        Heparin → 5000 U
        Ibuprofen → 500 mg/L
        Intralipid → 10000 mg/L
        L-Dopa → 20 mg/L
        Methyldopa → 20 mg/L
        Metronidazol → 200 mg/L
        Phenylbutazon → 400 mg/L
        Rifampicin → 60 mg/dL
        Theophylin → 100 mg/L

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