Thiopurinmethyltransf. (Akt.)

  1. 1 Analysenverfahren

    1. 1.1 Analysename

      Thiopurinmethyltransferase-Aktivität

  2. 1.2 gängige Abkürzungen des Analysennamens

    TPMT-Aktivität

  3. 1.5.2 Referenzbereiche

    Analyse Alter (Geschlecht) Referenz/GW/ThB Bewertung
  4. Methode

    HPLC

  5. 2 Untersuchungsmaterial

    1. 2.2 Primärprobe

      EDTA-Blut

    2. 2.3 Probe

    3. 2.8 Einzusendende Probenmenge

      2 ml

  6. 3 Indikation / Interpretation

    1. 3.1 Indikation - Wofür wird diese Untersuchung benötigt?

      Identifizerung von Risikopatienten mit intermediärer oder fehlender TPMT-Aktivität vor Therapie mit Thiopurinen

    2. 3.2 Interpretation der Resultate - Was bedeuten Ergebnisse in verschiedenen Wertelagen?

      Entscheidungsgrenzen TPMT-Aktivität [nmol/(ml Ery x h)]: < 2.8 komplette TPMT-Defizienz; 2.8 - 9.9 intermediäre TPMT-Aktivität; 10 - 20 normale TPMT-Aktivität; > 20 erhöhte TPMT-Aktivität.
      Thiopurine (Azathioprin, 6-Mercaptopurin und 6-Thioguanin) werden in der Medizin als Zytostatika und Immunsuppressiva eingesetzt. Das körpereigene Enzym Thiopurinmethyltransferase (TPMT) ist an ihrer Inaktivierung beteiligt und wird in verschiedenen Geweben des Körpers exprimiert. Die TPMT-Aktivität in Erythrozyten korreliert dabei mit der Enzymaktivität in den übrigen Geweben und kann im Labor anhand einer Blutprobe analysiert werden. Bei Patienten mit intermediärer oder fehlender TPMT-Aktivität kann es unter Normaldosierung von Thiopurinen zu einem deutlichen Anstieg von Thiopurinmetaboliten kommen, die eine gefährliche Knochenmarkdepression (Leukopenie) verursachen könnnen. Bei diesen Patienten ist eine Anpassung der Dosierung oder ein Verzicht auf Thiopurine zu erwägen. In der Literatur existieren zudem Hinweise, dass eine erhöhte TPMT-Aktivität einen negativem Einfluss auf den Erfolg einer Thiopurintherapie haben kann. Da nur ca. ein Drittel der Leukopenien unter Therapie mit Thiopurinen mit einer TPMT-Defizienz erklärt werden können, ist weiterhin eine engmaschige Kontrolle des Blutbildes bei allen Patienten erforderlich.

      1. 3.2.1 Störfaktoren/Interferenzen

        Bei Z.n. Bluttransfusion in den letzten 3 Monaten ist die Bestimmung der TPMT-Aktivität in Erythrozyten nicht aussagefähig. In diesem Fall ist die Bestimmung des TPMT-Genotyps vorzuziehen.

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